Leistungsspektrum


1. Kieferorthopädische Behandlungen (konventionelle KFO-Behandlung)

Die Kieferorthopädie ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich mit der Verhütung, Erkennung und der Behandlung von Fehlstellungen der Kiefer und der Zähne befasst (Zahn- Kieferregulierungen). Die Behandlung geschieht üblicher Weise entweder mit herausnehmbaren (Plattenapparaturen, Funktionskieferorthopädische Apparaturen (FKO)) oder festsitzenden Zahnspangen (Multibandtherapie), gegebenenfalls auch in Kombination mit chirurgischen Eingriffen durch Kieferchirurgen (siehe KFO-KCH-Kombinationstherapie).

Die konventionellen kieferothopädischen Behandlungen sind in die nachfolgenden Bereiche zu unterteilen:

Behandlungszeitpunkt:

  • Früh-Behandlung - zwischen dem 4. - 9. Lebensjahr
  • Haupt-Behandlung - ab dem 9. - 10. Lebensjahr
  • Erwachsenen-Behandlung - ab dem 18. Lebensjahr

Therapiegeräte:

  • Herausnehmbare Zahnspangen
  • Festsitzende Zahnspangen
  • Unsichtbare Zahnspangen (Incognito, Aligner)

Kieferorthopädische Behandlung

2. Kieferorthopädisch-kieferchirurgische (KFO-KCH) Kombinationsbehandlungen

Einige Erwachsene haben eine so schwere Kieferfehlstellung, dass diese durch eine alleinige kieferorthopädische Behandlung nicht therapiert werden kann. In solchen Fällen ist es notwendig, zunächst eine kieferorthopädische Vorbehandlung durchzuführen, bei welcher die Zahnbögen im Ober- und Unterkiefer mit einer festsitzenden Zahnspange ausgeformt werden, um anschließend die Kieferfehlstellung durch eine Operation zu korrigieren. Nach dem chirurgischen Eingriff erfolgt durch den Kieferorthopäden noch eine Feineinstellung, mit der die Zähne in die optimale Endposition gebracht werden. Diese sehr umfangreichen kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Kombinationsbehandlungen sind indiziert bei starken sagittalen und vertikalen Abweichungen der Kiefer zueinander, wie z. B. der ausgeprägten Unterkiefer-Rücklage, dem stark vorstehenden Unterkiefer („Progenie“) und dem skelettal offenen Biss. Die Probleme, die mit diesen Fehlstellungen in Bezug auf Ästhetik, funktionelle Beeinträchtigungen, Abbeißfunktionen, Schlafstörungen, Atmung, u.v.m. einhergehen, sind sehr komplex. Wie aufwändig die Behandlung ist, hängt von der individuellen Fehlstellung ab. Falls eine Operation bei Ihnen notwendig sein sollte, besprechen wir mit Ihnen die kieferorthopädische Therapie. Auf Wunsch nennen wir Ihnen einen spezialisierten Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen, der den operativen Eingriff durchführt. Die Durchführung einer kombiniert kieferorthopädischen-chirurgischen Therapie, die sich über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren erstreckt, bedeutet für diese Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität!


Kieferothopädisch-kieferchirurgische Kombinationsbehandlung

3. Präprothetische Kieferorthopädie

Unsere Aufgabe in der präprothetischen Kieferorthopädie ist es, die Voraussetzungen einer prothetischen und implantologischen Versorgung mit Kronen, Brücken Teleskopprothesen und Zahnersatz aller Art zu schaffen. Dazu ist eine Zusammenarbeit mit dem Hauszahnarzt notwendig. Die typischen Behandlungsmaßnahmen wären z.B. das Aufrichten von gekippten oder verschobenen Seitenzähnen nach langjährigem Zahnverlust oder die Aufrichtung von stark nach vorne aufgefächerten Frontzähnen. Durch eine präprothetische Behandlung wird häufig zusätzlich die paradontale Gewebssituation verbessert.


Präprothetische Kieferorthopädie

4. Miniimplantate in der Kieferorthopädie

Der Einsatz von Mikroimplantaten, den sogenannten "Minipins", stellt heutzutage den modernsten Therapieansatz im Bereich der Verankerung einer kieferorthopädischen Behandlung dar.
Nachdem es jahrzehntelang erforderlich war, in bestimmten Behandlungsfällen auf extraorale Hilfsmittel zurückzugreifen (z.B. in Form eines Headgears, also eines Aussengesichtsbogens), ermöglicht nun der Einsatz der Minipins eine optimale Verankerung, die sich auf den Innenraum der Mundhöhle des Patienten beschränkt. Diese Miniaturschrauben werden durch einen Fachspezialisten unter lokaler Betäubung der Schleimhaut in den Kieferknochen eingesetzt. Da die Befestigung der Minipins lediglich wenige Millimeter in der Knochenoberfläche erfolgt, erfordert diese Methode keine lange Wartezeiten der Einheilphase, sondern ermöglicht eine sofortige Belastung. Ihre Funktion üben sie mittels direkt befestigter kieferorthopädischer Drähte oder kleinen Zug-/Druckfedern aus, oder die Pins werden mit einem oder mehreren Zähnen starr verbunden. Darüber hinaus sind Minipins leicht zu entfernen und an vielen Kieferpositionen einsetzbar. Diese Methode ermöglicht eine Vielzahl fortschrittlicher Therapieansätze und kann in bestimmten Fällen ein gegebenenfalls notwendiges Ziehen von Zähnen vermeiden. Wir beraten Sie gern über die Möglichkeiten und Grenzen dieser innovativen Behandlungsmethode!

Miniimplantate in der Kieferorthopädie

5. Schienentherapie bei Kiefergelenkserkrankungen

In unserer Praxis ist ein weiteres Leistungsangebot die Behandlung von Funktionsstörungen und Erkrankungen des Kiefergelenks. Zum Kausystem gehören neben den Zähnen und den Kieferknochen auch das Kiefergelenk, die Kaumuskulatur und das umgebende Weichgewebe. Eine störungsfreie und stabile Funktion des gesamten Kausystems kann nur bei einem harmonischen Zusammenspiel aller beteiligten Strukturen erfolgen.

Störungen in diesem Kausystem können mit den verschiedensten Beschwerden (zusammengefasst unter dem Begriff "CMD" (Craniomandibuläre Dysfunktionen)) einher gehen:

  • Gelenkgeräusche (Knack- und Reibegeräusche)
  • Schmerzen im Kiefergelenk
  • Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis)
  • Zähneknirschen mit stark abgenutzten Zähnen (Abrasionen)
  • Lockerung, Verschiebungen und Kippungen von Zähnen oder Zahngruppen, Fehlbelastungen, Überbelastungen
  • Tinnitus (chronische Ohrgeräusche)
  • Spannungskopfschmerzen
  • Erkrankungen der Kau- und Nackenmuskulatur (Verspannungen, Schmerzen)
  • Schlafstörungen

Die nachfolgenden Ursachen für die Beschwerden sind häufig:

  • Angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Zähne, Kieferknochen und Kiefergelenke
  • Nächtliches Knirschen oder unbewusstes Zusammenpressen der Zähne
  • Verspannungen der Kau- und Nackenmuskulatur, die mit Schmerzen einhergehen
  • Fehlerhafte Verzahnung der Zahngruppen mit Fehlbelastungen der Zähne
  • Disharmonie zwischen dem Ober- und Unterkiefer
  • Verschleisserscheinungen (Arthrose) oder traumatische Veränderungen der Kiefergelenke

Als besonders wirkungsvolle Therapie bei Kiefergelenkstörungen hat sich die Schienentherapie erwiesen. Besonders in Zusammenarbeit mit Physio- und Manualtherapeuten erweisen sich individuelle Aufbissschienen oftmals als Therapie der Wahl. Sie gleichen den falschen Zusammenbiß der Zähne von Ober- und Unterkiefer aus und sorgen dafür, dass die Strukturen des Kausystems sich entspannen.

Unter gegebenen Umständen ist zusätzlich eine Korrektur von früher angefertigtem Zahnersatz erforderlich, welche durch Ihren Hauszahnarzt vorgenommen wird. Dazu stimmen wir uns entsprechend mit Ihnen und Ihrem Zahnarzt ab.

Schienentherapie bei Kiefergelenkserkrankungen

6. Schnarchtherapie (obstruktive Schlaf-Apnoe)

Schnarchen stört nicht nur die Nachtruhe, sondern ist auch ein Symptom für eine mögliche gesundheitliche Gefährdung. Ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung leidet unter schlafbezogenen Atemstörungen z.B. die sogenannte obstruktive Schlaf-Apnoe, die Ursache für verschiedene Beschwerden und schwere Erkrankungen sein können:

  • Erhebliche Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Blutdrucksteigerung
  • Erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
  • Herzrhythmusstörungen
  • Depressive Stimmungen, Lustlosigkeit und belastender Tagesmüdigkeit, oft auch Sekundenschlaf

Eine diagnostische Abklärung erfolgt in Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten und Pulmologen/Schlafmedizinern. In unserer Praxis verwendeten wir TAP-Schienen, bei denen Ober- und Unterkiefer-Schienen durch ein Scharnier beweglich verbunden sind und der Lippenschluß problemlos möglich ist. Der Unterkiefer und die Zunge sind durch die Schienen nach vorn verlagert und beiben im Schlaf in dieser gestreckten Position, auch wenn Sie auf dem Rücken schlafen, bleibt der Rachenraum auf diese Weise geöffnet. Die Atemluft kann dadurch ungehindert einströmen. Dem Schnarchgeräusch wird aufgrund des gestrafften Gaumensegels vorgebeugt und Sie haben einen erholsamen Schlaf. Die Schienen stellen eine effektive und wenig belastende Therapiemöglichkeit dar und werden in unserer Praxis für Sie individuell angefertigt.



 

Schnarchtherapie